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Aktuelles

Informationen für unsere Patientinnen

MFA per sofort gesucht. Nähere Beschreibung siehe unter "Workshops - Stellenangebot" oder "Über uns" -> "Team" -> MFA gesucht!


Herzlich willkommen auf unserer Homepage!

Liebe Patientinnen,

Wir haben uns erweitert, um der stetig steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Auch möchten wir gerne die für alle beteiligten ärgerlichen Wartezeiten, die an den Tagen anfallen, an denen Patientinnen unvorhergesehen mehr Zeit benötigen, als im Vorfeld eingeplant wurde, vermeiden. Notfälle wird es immer geben, - wir arbeiten aus Leidenschaft mit Frauen in allen Lebenslagen, und ernste Diagnosen und Krisen brauchen ihre Zeit. Jede Patientin beansprucht dieses Recht auch für sich.

Wir bitten Sie, NICHT OHNE TERMIN unsere Praxis aufzusuchen. Wir bevorzugen strikt unsere Terminpatientinnen. Notfallpatientinnen werden selbstverständlich angenommen, aber auch in diesem Fall bitten wir um telefonische Ankündigung, damit wir eine Lösung finden können, um keine Wartezeiten für die Terminpatientinnen anfallen zu lassen.

Bitte vereinbaren Sie grundsätzlich einen Termin - entweder telefonisch, oder bei Überlastung der Telefonanlage durch hohe Anruferfrequenz  die Anmeldung über unsere Homepage oder schreiben uns eine Email:
info@frauenaerztin-dr-koenig.de


Wir hoffen, dass wir mit der Erweiterung unseres Teams die Zufriedenheit unserer Patientinnen nicht nur erhalten, sondern sogar steigern können.
Wir arbeiten gerne und mit Freude für Frauen in allen Lebenslagen, und werden unser ganzheitliches Konzept für Sie kompetent sowohl mit fundierter Schulmedizin, neuesten medizinischen Standards und alternativen Heilmethoden anbieten. Es gibt viele Wege zum Ziel- und nicht jeder Weg ist für die individuelle Situation einer Frau gehbar, hier sind wir offen für alternative Methoden.

Wir werden weiterhin uns die Zeit nehmen, die jede Patientin benötigt und lassen uns nicht aus der Ruhe bringen!

Unser ärztliches Team:

Frau Dr. med. Astrid Kania

ist als angestellte Fachärztin mit dem Schwerpunkt Brustdiagnostik im Team. Sie führt neben der "normalen" Gynäkologie und Geburtshilfe auch Ultraschalluntersuchungen der Brust (Degum I) durch, Stanzbiopsien zur Klärung von unklaren Befunden in der Brust sowie Krebsnachsorgeuntersuchungen.
Frau Dr med. Silke Frambach
hat den Schwerpunkt Schwangerenbetreung mit dem Schwerpunkt Pränatalmedizin, d.h. Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft (Degum II), sie betreut auch Risikoschwangerschaften. Frau Dr. Frambach ist schon seit April 2012 bei uns im Team.
Nach dem Studium in Würzburg hat sie 14 Jahre an der Universitäts-Frauenklinik Würzburg gearbeitet. Sie war dort leitende Oberärztin in der Geburtshilfe. In einer Spezialsprechstunde für Risikoschwangere hat Sie eine Zusatzausbildung für spezielle Perinatalmedizin und Ultraschalldiagnostik erworben. Sie war stellvertretende Leiterin der Hebammenschule und 2 Jahre Abteilungsleiterin der Hormonsprechstunde, wo insbesondere Paare mit unerfülltem Kinderwunsch beraten und behandelt wurden. Sie hat Erfahrungen mit der Betreuung von verschiedenen Hormonstörungen und künstlicher Befruchtung. Ein weiterer Schwerpunkt war die Betreuung einer urogynäkologischen Sprechstunde (Diagnostik und Therapie von Harninkontinenz).
Frau AnnMarit Ohse
ist als 4. Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in dieser Praxis angestellt, ihre Facharztweiterbildung hat sie in Bremerhaven absolviert.

Vortrag "Wechseljahre als Chance"

von Frau Dr. med. Christiane König
Am Mittwoch den 6.11.2013 in Bremen-Gröpelingen
Sozialwerksgelände der Freien Christengemeinde
Schwarzer Weg 92, 28239 Bremen
gleich im ersten Gebäude im "Kaminsaal"
  1. Vortrag von 13:15 bis 14:00 Uhr - "Wechseljahre als Chance verstehen"
  2. Vortrag von 14:15 bis 15:00 Uhr
Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit für einen Austausch.

Beide Vorträge finden im Rahmen der Gesundheitswoche des Sozialwerkes der freien Christengemeinde Bremen e.V. statt.

Information für unsere schwangeren Patientinnen...,

Ab 1.7.2013 sind die Mutterschaftsrichtlinien geändert worden. Wir sind verpflichtet, sie nun mit den neuen Regelungen vertraut zu machen.
Für Sie gibt es ab dem 1.7.2013 nun die Möglichkeit, zu wählen zwischen der bisher praktizierten Schwangerschaftsvorsorge oder einem erweiterten Ultraschall, der im 2. Trimenon, also ca. 20. Schwangerschaftswoche stattfindet.

Die Informationen hierzu möchten wir Ihnen gerne vorab zukommen lassen, so dass Sie mit Ihrem Partner gemeinsam entscheiden können, welche Form der Untersuchung Sie wünschen. Natürlich beraten wir Sie hierzu gerne auch persönlich!

Wir bitten Sie, dieses Merkblatt des Gemeinsamen Bundesausschusses gründlich zu lesen, damit Sie sich entscheiden können, welche Art der Ultraschalluntersuchung Sie wünschen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist ein Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärztinnen und Ärzten, Zahnärztinnen und Zahnärzten, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Krankenhäusern und Krankenkassen in Deutschland, in dem seit 2004 auch Patientenvertreterinnen und Patientenvertreter aktiv mitwirken.)

Wir freuen uns auf Ihren nächsten Besuch bei uns!

Nachdenken über neue Gentests in der Schwangerschaft

Im Sommer 2012 wurde erstmalig ein Bluttest (PraenaTest) in Deutschland angeboten, um bereits in der Frühschwangerschaft die Trisomie 21 über fetale DNA aus dem mütterlichen Blut zu erkennen. Doch der PraenaTest war erst der Anfang. Innerhalb kurzer Zeit sind weitere Tests verfügbar geworden, die noch weitaus mehr Aussagen über die genetischen Eigenschaften des Ungeborenen machen können. Die Gynäkologinnen im Arbeitskreis Frauengesundheit (AKF) erläutern ihre medizinischen und gesellschaftspolitischen Bedenken.

Weiterlesen: Vollständige Stellungnahme des AKF

Krebsfrüherkennung

Unsere langjährig bewährten Kursangebote und Seminare werden wir weiterhin mit voller Überzeugung anbieten.
Die Fachfrauen, die die Kurse leiten, haben sich auf ihr Thema mit Leidenschaft spezialisiert und die Rückmeldungen bestätigen die Kompetenz und das Engagement unserer Kursleiterinnen!

Über 10 Jahre haben wir in der Praxis MammaCare Kurse angeboten,  aus der festen Überzeugung, dass es sinnvoll ist, Frauen zu Expertinnen in der eigenen Brust auszubilden. Die Nachfrage nach diesen Selbstuntersuchungskursen ist in den letzten 2 Jahren stark zurückgegangen, so dass wir das Kursangebot einstellen mussten. Wenn in der Zukunft sich wieder vermehrt Frauen hierfür interessieren, werden wir das Kursangebot wieder in unser Programm aufnehmen.  

Hier ist die Rückmeldung einer Teilnehmerin, die im September 2012 an einer der MammaCare Schulungen teilgenommen hat:
Hallo Frau Dr. König, leider etwas spät - hoffentlich nicht zu spät - nun endlich meine Rückmeldung zu dem Mamma Care-Programm in Ihrer Praxis. Mündlich fiehl es mir irgendwie leichter. Gerne dürfen Sie meine Worte verkürzen oder auch verändern:
"Ganz herzlichen Dank an die Praxis und die Hebamme für das tolle Mamma Care-Seminar! Kurz vor Beginn des Seminars war ich plötzlich sehr aufgeregt, hatte Angst über ein Thema zu sprechen, welches ich bisher eher verdrängt habe. Klar habe ich ab und an mal unter der Dusche meine Brust abgetastet, aber weil ich gar nicht so recht wusste, was ich da eigentlich tue, habe ich es auch wirklich nur sehr sporadisch und sehr oberflächlich getan. Nun bekam ich plötzlich kalte Füße, so kurz vor dem Seminar. Und nur, weil mir bewusst war, dass mein Beitrag bereits gezahlt wurde, bin ich dann tatsächlich auch hingegangen.
Im Nachhinein bin ich mehr als froh. Ich bin total begeistert von der Freundlichkeit und Souveränität der Hebamme. Meine Befürchtung, durch die Aufklärung könnte sich Angst bei mir breit machen, trat nicht ein. Frau ??? klärte uns auf, machte jedoch statt Panik einfach nur Mut. Ich habe sehr viel über meinen Körper gelernt und taste nunregelmäßig ab. Mit einem sehr guten Gefühl. Nun weiss ich, was ich da tue und bin überzeugt davon, dass ich Veränderungen in meiner Brust sehr schnell feststellen würde. Machen Sie weiter so!
Viele Grüße L.B."

Workshops

Die nächste Familienaufstellung mit Annette Türk-Manzell findet am 2.11.2013 statt.
Nähere Informationen unter Workshops.

24.05.2012: Berufsverband der Frauenärzte weist Pauschalverurteilung der Frauenärzte zurück.

Liebe Patientinnen, nach den Meldungen der Verbraucherzentrale über die individuellen Wunschleistungen in Frauenarztpraxen (IGeL) möchten wir die Stellungnahme des Berufsverbandes der deutschen Frauenärzte und Frauenärztinnen hier veröffentlichen.
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erweckt in ihrer Pressemeldung den Eindruck, dass ein Großteil der Gynäkologen die Früherkennung von Eierstockkrebs mit Hilfe von Ultraschall bei ihren Patientinnen unzulässig bewerben würde. "Dies ist jedoch kein Verfahren, dass viele Gynäkologen in der gynäkologischen Praxis zur Krebsfrüherkennung bewerben und einsetzen", stellt Dr. Christian Albring, Präsident des BVF, klar. "Bei der Krebsfrüherkennung werden auch die Eierstöcke abgetastet, um mögliche Veränderungen direkt am Organ aufzuspüren. Dies geschieht im Rahmen der jährlichen Untersuchung, die von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet wird. Nicht immer sind jedoch Veränderungen - wie beispielsweise zystische oder solide Tumoren des Eierstockes oder Myome an der Gebärmutter - tastbar. In solchen Fällen kann eine vaginale Ultraschalluntersuchung des kleinen Beckens Aufklärung bringen, wenn die Patientinnen diese Untersuchung wünschen", erläutert Dr. Albring. "Beim Umgang mit IGe-Leistungen befürworten wir grundsätzlich eine sachliche Patientenaufklärung,  wie sie beispielsweise in dem Ratgeber zu IGe-Leistungen der Bundesärztekammer formuliert ist", so der Ärztepräsident.

Dass die Gynäkologen pauschal als "Meister des Verkaufs" von IGe-Leistungen dargestellt werden, hält der BVF für rufschädigend. Von mehreren tausend Frauenärztinnen und -ärzten, die auf der offiziellen Informationsplattform des BVF www.frauenaerzte-im-netz.de eine Praxishomepage im Ärzteverzeichnis haben, weisen überhaupt nur 78 (!) auf ein IGeL-Angebot in ihrer Praxis hin. "Dass die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen pauschal eine ganze ärztliche Berufsgruppe diffamiert und ihrerseits versucht, mit kostenpflichtigen Abmahnungen bei den Frauenärzten Kasse zu machen, ist inakzeptabel. Für viele Frauen sind wir die ersten medizinischen Ansprechpartner, und derartige Kritik trägt zu erheblicher Verunsicherung bei", ergänzt der Präsident des BVF.

Auch eine grundsätzliche Kritik an den IGeL-Angeboten lehnt der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte in Deutschland ab. "Es gibt sicherlich beim Einsatz von IGe-Leistungen in der Praxis manches Fehlverhalten von Ärzten. Das darf aber nicht dazu führen, dass individuelle Gesundheitsleistungen in ihrer Gesamtheit abgewertet werden. Im Gegenteil: Viele solcher Wahlleistungen - wie beispielsweise innovative Diagnostik- und Behandlungsmethoden, zuletzt das Schwangerschaftsdiabetes-Screening - haben in der Vergangenheit dann Einzug in den Leistungskatalog  der Gesetzlichen Krankenversicherung gehalten, oder werden in Verträgen zur integrierten Versorgung von den  Krankenkassen selbst angeboten. Sie können wichtige Zusatzinformationen über den Gesundheitszustand einer Frau liefern", meint Dr. Albring.

Barrierefreiheit

Nach vielen Jahren der Vorbereitung hat Bremen als erstes Bundesland endlich die Voraussetzungen geschaffen, auch mobilitätseingeschränkten Patientinnen eine gynäkologische Untersuchung mit allen nötigen Hilfsmitteln zu ermöglichen.

Einige Bremer FrauenärztInnen bieten jeden Mittwoch von 15 bis 19 Uhr in den vom ZKH Bremen Mitte zur Verfügung gestellten Räumen eine barrierefreie Sprechstunde an.

Die nächste Sprechstunde wird Frau Dr. König im 1. Quartal 2013 abhalten.

Über die Rufnummer 0421 3404 415 können Frauen und Mädchen mit körperlichen Beeinträchtigungen von Sonntag bis Donnerstag in der Zeit von 20 bis 22 Uhr einen Termin vereinbaren.
 
Die Praxis ist für die meisten Rollstuhlfahrerinnen sehr gut nutzbar (auch wenn nicht alle Voraussetzungen für eine hundertprozentige Barrierefreiheit erfüllt sind). Denn die Praxis ist nur vorläufig im jetzigen Gebäude der Frauenklink des KBM untergebracht, weshalb man auf einen aufwendigen Umbau der jetzt genutzten Räumen verzichtet hat. In drei Jahren soll die Praxis aber umziehen in ein neues Gebäude und wird dann (hoffentlich) vollständig barrierefrei zugänglich und nutzbar sein.

Praxisjubiläum

Am 1.7.2011 haben wir unser 10-jähriges Praxisjubiläum gefeiert.
Das Praxisteam bedankt sich bei allen, die uns in den letzten Jahren begleitet haben. Mit Freude und Leidenschaft werden wir jetzt die Herausforderungen in den nächsten Jahren annehmen!

Interviews und Vorträge aus dem Jahr 2011

WDR-Radiosendung vom Februar 2011

Schwangerenvorsorge wird zu Risiko-Screening "Keine gute Hoffnung mehr"
© Eva Schindele

Ausschnitte:

Christiane König (O-Ton):
Ich hätte gerne ihren Mutterpass. Wie ist es Ihnen ergangen?
Nicole Tegtmayer:
Ich bin froh, dass ich heute hier bin. Weil durch die Erfahrung vorher, ist das schon gut, dass ich merke, dass so eine Kontrolle ist für mich gut, um zu wissen, ob mit dem Kindchen alles in Ordnung ist, weil ich in dieser Zeit, also in der frühen Phase weiß, dass ich es nicht unbedingt spüren kann, wenn was nicht in Ordnung ist.
Sprecherin:
Nicole Tegtmayer ist in der 12. Woche schwanger. Es ist ihre dritte Schwangerschaft. Vor fünf Jahren kam ihr Sohn Jaro zur Welt. Es war eine Bilderbuchschwangerschaft – sagt sie. Ohne Komplikationen. Voll guter Hoffnung. Anders die zweite Schwangerschaft. Sie endete in der 17. Woche in einer Fehlgeburt. Das Kind war in ihrem Körper abgestorben. Diese Erfahrung hat das Vertrauen in ihren Körper erschüttert. Die 37 Jährige ist verunsichert. Der Besuch bei ihrer Frauenärztin soll sie stützen. Sie ist froh, dass heute ein Ultraschall gemacht wird.
O-Ton:
Gehen wir mal rüber. Kommen Sie mit.
Sprecherin:
Nicole Tegtmayer setzt sich auf den Gynäkologenstuhl. Neben ihr ein großer Monitor, auf dem gleich ihr Kind zu sehen sein wird, wie es in der Fruchthöhle schwimmt. Sie ist angespannt.
Christiane König (O-Ton):
Beim ersten Mal gucken wir, ist die Fruchthöhle in der Mitte angesiedelt und jetzt gucken wir, ist die Schwangerschaft in Takt, schlägt das Herz und es tut nicht nur dass, sondern die Ärmchen und Beinchen zappeln - Sehen sie das? Der Dottersack ist da. Der Mutterkuchen wird sich jetzt entwickeln. Das ist wunderbar in Ordnung. Keine Auffälligkeiten. Jetzt dürfen sie wieder absteigen. Hatten sie Sorgen?
Nicole Tegtmayer:
Es ist immer wieder aufregend. Bei der ersten Schwangerschaft hatte ich gar nicht das Gefühl, jetzt will ich Sicherheit durch ein Ultraschallbild. Aber das hat sich eben verändert, dass durch die glücklose Schwangerschaft, das Vertrauen in mich gestört ist und von daher ist es schön, dass scheinbar alles okay ist.
Sprecherin:
Die Gynäkologin Christiane König ist seit 15 Jahren in Bremen niedergelassen. Ihre Praxis hat einen guten Ruf unter Schwangeren – auch deshalb, weil sie eine Hebamme beschäftigt und mit Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen gut vernetzt ist. Die Ärztin interessiert sich für die Lebenssituation ihrer Patientinnen, was in vielen Frauenarztpraxen zu kurz kommt, wie gerade eine Studie herausgefunden hat. Für Christiane König ist Schwangerschaft nicht nur ein körperliches, sondern auch ein psycho-soziales Geschehen. Sie weiß, wenn sich eine schwangere Frau wohl fühlt, geht es auch in der Regel dem Kind in ihrem Bauch gut.
Schwangerenvorsorge, sagt sie, sei ihre Leidenschaft.
O-Ton:
Warum? Weil ich das eine einmalige Situation einer Frau finde, die was ganz besonderes ist und sie mit ihren natürlichen Kräften und ihrem eigenen Körpergefühl unglaublich nah in Verbindung bringt und das ist mein Ziel sie da zu stärken.
Sprecherin:
Und das, sagt die Frauenärztin, sei in den letzten Jahren immer schwieriger geworden.
O-Ton:
Die gute Hoffnung ist bei manchen Frauen verloren gegangen aus lauter Angst es könnte irgendetwas nicht in Ordnung sein und ich halte es für eine Aufgabe der Schwangerenbetreuung, sowohl von Ärzten und von Hebammen diese Sicherheit oder dieses Urgefühl wieder zurückzuvermitteln.
Bei einigen Frauen gelingt es leichter, bei anderen Frauen, die ängstlich sind und möglicherweise schon ungute Erfahrungen in ihrer Vorgeschichte gemacht haben, ist das häufig sehr schwierig, die gute Hoffnung in den Vordergrund zu stellen.
Sprecherin:
Schwangerschaft und Geburt sind in Deutschland so sicher wie noch nie zuvor. Trotzdem fühlen sich schwangere Frauen unsicherer und ängstlicher als noch vor 20 Jahren. Viele sehen die neun Monate als eine risikoreiche Zeit , die nur mit ärztlicher Hilfe gemanagt werden kann. Und sie sehen sich unter Druck, ein perfektes Kind auf die Welt zu bringen, so die Gesundheitswissenschaftlerin und Ärztin Beate Schücking. Die Professorin hat an der Universität Osnabrück den Forschungsschwerpunkt „Maternal care“ aufgebaut, der sich mit der Gesundheit von Frauen, Kindern und Familien beschäftigt.
O-Ton:
Es ist sicherlich eine Haltung weit verbreitet, die ich typisch im Zitat einer Schwangeren verkörpert finde, die mir sagte, als ich sie fragte, wie geht es dir: "Frag mich morgen wieder, dann war ich beim Arzt." Frauen meinen die Versicherung zu brauchen, dass wirklich alles mit ihnen und der Schwangerschaft in Ordnung ist. Sie trauen weniger ihrem eigenen Körperempfinden.
Sprecherin:
Es gibt zwei Arten, Schwangerschaft und Geburt zu betrachten und zu begleiten: entweder als ein riskantes Ereignis, das mit Hilfe der Medizin engmaschig kontrolliert werden muss oder als einen physiologisch-psychologischen Prozess, in dem in neun Monaten ein Embryo zum Kind heranwächst und eine Frau zur Mutter wird. Die zweite Sichtweise praktiziert man in Skandinavien mit gutem Erfolg . Dort betreuen Hebammen die Schwangere, erst bei Komplikationen werden Fachärzte eingeschaltet. In Deutschland dagegen liegt die Schwangerenvorsorge weitgehend in Gynäkologenhand - mit dem Ergebnis, dass inzwischen zwei Drittel der Frauen als Risikoschwangere gelten, jede vierte Geburt eingeleitet wird und fast ein Drittel der Frauen mit einem Kaiserschnitt entbinden.
O-Ton:
Die deutsche Schwangerenvorsorge behauptet häufig gekoppelt zu sein an besonders gute geburtshilfliche Ergebnisse. Das ist so nicht bewiesen. Wenn man Ergebnisse verschiedener Länder nebeneinander hält, sieht man, dass  in Ländern, wo die normale Schwangerenvorsorge und Geburtshilfe ausschließlich in Hebammenhänden liegt, genauso gute oder sogar bessere Ergebnisse erzielen kann - mit geringerem Aufwand. Hier haben wir also das Phänomen, dass wir eine ‚Hightech-for-all’ Schwangerenvorsorge betreiben,  wo wir vermutlich mit ‚Low Tech’ und etwas mehr ‚High Touch’ auch gut auskommen würden und sogar eine bessere Versorgung erzielen würden.
Sprecherin:
Das heißt mehr Betreuung und emotionale Zuwendung, statt immer mehr Technik. Die Gesundheitsexpertin spricht von einer Fehlversorgung in Deutschland. Gerade schwangere Frauen in einer schwierigen sozialen Situation haben häufiger Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen und ausgerechnet sie werden durch das Vorsorge-System kaum erreicht. Deshalb sind inzwischen in einigen Städten Familienhebammen eingestellt worden, die belastete Frauen schon während der Schwangerschaft und in der Zeit danach betreuen. Mit gutem Erfolg. Gleichzeitig sind die meisten gesunden Schwangeren medizinisch überversorgt.
Beate Schücking (O-Ton):
Es ist eindeutig, dass insbesondere gesunde Schwangere eine weniger engmaschige Vorsorge benötigen. Es gibt eine große WHO Studie, die gezeigt hat, dass 4-6 Untersuchungen durchaus ausreichen. Allerdings sind in den Industrieländern - das betrifft nicht nur Deutschland - die Frauen inzwischen daran gewöhnt, dass viele Untersuchungen stattfinden und erleben eine Reduktion der Untersuchungen als Verschlechterung der Versorgung.
Sprecherin:
Elf Untersuchungstermine werden in den deutschen Mutterschaftsrichtlinien empfohlen, aber jede zweite Frau geht häufiger zu ihrer Frauenärztin oder ihrem Arzt. Die meisten Frauen wissen übrigens nicht, dass sie sich auch zusätzlich noch von einer Hebamme betreuen lassen können, die mehr den natürlichen Ablauf einer Schwangerschaft in den Mittelpunkt stellt. Stattdessen suchen sie in der frauenärztlichen Praxis Halt in einer Lebensphase, die mit vielen Ungewissheiten verbunden ist und deshalb auch als riskant erlebt wird.
O-Ton:
Dieses Risikodenken spiegelt sich auch in der Einstellung zum eigenen Körper und in der Vorstellung, dass ständig etwas schief gehen könnte. Gefährlich die Koppelung dieses Risikodenkens mit der Vorstellung, dass die Schwangerschaftsvorsorge dagegen helfen könnte. Es funktioniert ja nicht, dass Frauen zur Schwangerenvorsorge hingehen, damit das Kind gesund wird. Diese Koppelung ist ein Wunschdenken.
Sprecherin:
Die aller meisten Kinder kommen gesund zur Welt. Das war auch vor dem Einzug der pränatalen Diagnostik in die Frauenarztpraxen so. Inzwischen vermischen sich zunehmend die Untersuchungen, die für einen guten Fortgang der Schwangerschaft sorgen mit Untersuchungen, die die Gesundheit des Fötus testen. Da nur in seltenen Fällen ein fehlgebildeter Fötus überhaupt therapiert werden kann, bleibt für Schwangere nur die Option, die Schwangerschaft abzubrechen oder das kranke Kind auszutragen. Doch darüber werden Frauen nur unzureichend informiert. Viele überschätzen ihr Risiko, ein krankes Kind zu bekommen und klammern sich an vorgeburtliche Diagnosemethoden.
Beate Schücking (O-Ton):
Der Sinn einer Schwangerenvorsorge kann ja nur sein, Störungen zu erkennen. Dennoch ist die innere Haltung vieler Frauen so: Ich will brav sein, das alles mitmachen, damit hinterher alles gut ist. Entsprechend verstört sind dann auch Frauen, die viele Untersuchungen gemacht haben und bei denen hinterher doch irgendwelche Probleme auftauchen, weil sie sich das vorher vorgestellt haben, dass Leben immer voller unerwarteter Ereignisse sein kann.
Nicole Tegtmayer:
Wenn man als 37 Jährige schwanger ist und liest, kriegt man immer diese Risikogeschichten um die Ohren gehauen und dann verunsichert mich das auch so. Aber meine größte Angst ist, dass das Kind aufhört zu wachsen und das Herz aufhört zu schlagen. Natürlich wünsche ich mir ein gesundes Kind, aber grundsätzlich sage ich mir, wenn es nicht so ist – ich nehme das Kind so wie es ist und auch das werden wir dann schaffen.
Sprecherin:
Nicole hat wie alle Schwangeren zu Beginn der Schwangerschaft einen Mutterpass bekommen. Dort notieren Arzt oder Ärztin persönliche Daten, wie Alter, Gewicht, Anzahl der Geburten und Fehlgeburten und mögliche Risiken. Ebenso Untersuchungen und Testergebnisse. Die Frauen tragen dieses Dokument zwar stolz mit sich herum, aber viele verstehen die Aufzeichnungen gar nicht und trauen sich nicht nachzufragen.
Beate Schücking (O-Ton):
Das Problem am Mutterpass ist, dass die Frauen selber ihn nicht verstehen. Sie halten ihn alle für wichtig, weil sie ihn als Dokument des Arztes ansehen, würden aber gerne verstehen können, was da eingetragen wird. Und nur die Frauen, die ein Studium hatten, waren in unserer Untersuchung in der Lage ihren Mutterpass lesen zu können. Das halte ich für einen unhaltbaren Zustand.
Sprecherin:
Mit Ausstellen des Mutterpasses beginnt das Risikoscreening. 120 Untersuchungen sind in den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehen, angefangen vom Urin- und Bluttest bis hin zum Ultraschall oder dem Herztonwehenschreiber, dem sogenannten CTG. Nicht jede Untersuchung ist wissenschaftlich als sinnvoll belegt. Außerdem können die Tests auch falschen Alarm schlagen und eine Kaskade weiterer Untersuchungen nach sich ziehen. Dieses Problem kennt auch die Frauenärztin Christiane König.
O-Ton:
Je mehr Messungen wir machen, umso mehr Abweichungen finden wir und es kommt darauf an, wie erklärt man das einer Schwangeren, die jetzt verunsichert ist, wenn irgendeine Abweichung stattfindet. Das hat was mit Einfühlung zu tun, mit Beruhigen und immer wieder sagen 96 % der Fälle geht eine Schwangerschaft gut und es gibt keinen Grund zur Beunruhigung wohl wissentlich, dass wir manchmal Frauen damit beunruhigen.
Sprecherin:
Ein Beispiel dafür ist der Ultraschall. Dreimal während der Schwangerschaft wird er empfohlen und zwar um die 10., 20. und 32. Schwangerschaftswoche. Oft wird diese Untersuchung sogar häufiger gemacht.
Beate Schücking (O-Ton):
Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass beispielsweise Ultraschalluntersuchungen in bis zu 80 % der Fälle falsch positive Diagnosen im Laufe der Schwangerschaft produzieren, dass also Frauen mitgeteilt wird, Fruchtwasser ist zu viel oder zu wenig, Kopf zu groß oder zu klein, das Kind zu groß oder zu klein, was sich dann bei der Kontrolluntersuchung oder erst im Laufe der Schwangerschaft als falsch herausstellt. Das bedeutet eine große Verunsicherung.
Sprecherin:
Wie zuverlässig die Ergebnisse des Ultraschalls sind, hängt auch von der Erfahrung und den Geräten des Mediziners ab - vor allem beim so genannten Organultraschall, der um die 20. Schwangerschaftswoche gemacht wird. Dort wird der Fötus gezielt auf Fehlbildungen untersucht: Ist das Herz richtig angelegt, funktionieren die Nieren und ist die Wirbelsäule geschlossen? Deshalb sollen zukünftig nur noch besonders qualifizierte Ärzte diesen Ultraschall durchführen, so der Gemeinsame Bundesausschuss G-BA, der die Kostenübernahme durch die Gesetzlichen Krankenkassen regelt. Ebenso sollen Frauen bereits am Anfang der Schwangerschaft ausführlicher als bisher über Möglichkeiten und Grenzen der Untersuchung aufgeklärt werden.
Nicole Tegtmayer (O-Ton):
Im Grunde müssen sich Frauen relativ klar darüber sein, was die Technik kann und was nicht. Aber dadurch dass Frauen häufig nicht gut informiert werden – das ist zumindest mein Eindruck, wenn ich mit anderen Frauen spreche – dann verunsichern sie die Wahrscheinlichkeitsstatistiken, mit denen man konfrontiert wird und sie dann doch nicht einordnen kann.
Sprecherin:
Auch Nicole wurde über das sogenannte Ersttrimester-Screening von ihrer  Frauenärztin informiert, bei dem zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche der Embryo mit Hilfe von Ultraschall vermessen wird. Ein Computerprogramm berechnet aus den Daten das angebliche individuelle statistische Risiko. Aber wo fängt ein hohes Risiko an? Bei 1: 200 oder bei 1:1000? Da Nicole nach jedem Strohhalm sucht, hatte sie sich auch überlegt, diese Untersuchung zu machen.
Nicole Tegtmayer (O-Ton):
Da war ich sehr unsicher. Vorher habe ich immer kategorisch nein gesagt und jetzt war bei mir die Unsicherheit und die Unsicherheit, ob ich die dadurch los werde, in dem ich so eine Untersuchung mache, weil ich dann Entwarnung bekomme und dadurch Sicherheit bekomme - aber letzten Endes weiß ich, dass ich eine Risikoschwangere bin und deshalb glaube ich, vielleicht auch keine Entwarnung zu bekommen und dass ich in so einen Strudel gerate.
Christiane König:
Dann wissen sie, dass Nackenfaltenmessung keine 100- prozentige Sicherheit gibt. Es ist ein Zahlenspiel mit Wahrscheinlichkeiten. Wir können Frauen verunsichern und die ganze Freude der Schwangerschaft nehmen mit irgendwelchen abweichenden Befunden. Da geht es mir darum, dass Sie sich keine Vorwürfe machen. Und das ist mein Tenor: Achten sie auf ihr Herz- was brauchen Sie, was passt zu ihnen und nicht, was steht in irgendwelchen Empfehlungen und wer hat ein Interesse daran irgendetwas zu machen.
Sprecherin:
Die Frauenärztin Christiane König arbeitet im Arbeitskreis Frauengesundheit (AKF) mit. Dieser Verband, in dem sich auch Frauen aus anderen Gesundheitsberufen engagieren, engagiert sich für einen anderen Umgang mit Schwangerschaft und Geburt. Damit es allen besser geht: den Schwangeren, den Müttern und den Kindern.
Die Gesundheitsforscherin Beate Schücking (O-Ton):
Dieser defizitorientierte Blick ist ein großes Problem, denn wir wollen ja dass Eltern ihre Kinder zuversichtlich unterstützen und gut erziehen und nicht Defizit geleitet. Und diesen Keim quasi in der Schwangerschaft zu säen ist sicherlich auch problematisch und es wäre interessant, das weiter zu untersuchen.
Sprecherin:
Nicole Tegtmayer ist nun in der 17. Woche schwanger und kämpft immer noch mit ihren Ängsten, das Kind zu verlieren. Sie hofft, dass sie bald die Kindsbewegung spüren kann und damit sicherer wird. Dann wird sie ihrem 5 jährigen Jaro erzählen, dass sie guter Hoffnung ist und er sich auf ein Geschwisterchen freuen kann.

Brustkrebs - Artikel in der Zeitschrift Mix vom Februar 2011

© Ulrike Bendrat - Bremer Medienbüro (mit freundlicher Genehmigung der Autorin)

Mammakarzinom - Der Feind in meinem Körper
Brustkrebs. Diese Diagnose bekommen jedes Jahr ungefähr 57.000 Frauen in Deutschland. Umgerechnet sieht sich etwa jede zehnte von 100 Frauen in ihrem Leben mit dieser Diagnose konfrontiert. Die Zahl der Frauen, die an Brustkrebs sterben, liegt in Deutschland seit 20 Jahren konstant bei etwa 18.000. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.

Risikofaktoren
Man kann Brustkrebs nicht verhindern. Aber man kann versuchen, das Risiko zu reduzieren: Laut dem Krebsinformationsdienst des deutschen Krebsforschungszentrums können Frauen davon ausgehen, dass Übergewicht, Bewegungsmangel und ausgeprägter Alkoholgenuss eine Erkrankung fördern können.
Spezifischer sind diese Aspekte: Wenn eine Frau eine frühe erste Regelblutung hatte und spät in die Wechseljahre kommt, erhöht das laut Krebsinformationsdienst ihr Risiko zu erkranken. Frauen, die über einen längeren Zeitraum die Pille genommen haben oder nehmen, erhöhen damit ebenfalls ihr Brustkrebsrisiko. Frauen die ein Kind bekommen und es gestillt haben, haben damit ihr Erkrankungsrisiko gesenkt. Als „eindeutig risikosteigernd“ bezeichnet das Krebsforschungszentrum auf seiner Website die „Hormonersatztherapie gegen Wechseljahresbeschwerden“. Die Vererbung der so genannten „Brustkrebsgene“ BRCA1 und BRCA2 soll nur in fünf bis maximal zehn Prozent der Fälle eine Rolle spielen.
Hierbei handelt es sich um statistische Werte, mit denen das Risiko zu erkranken eingeschätzt wird. Auch eine Frau, die ihre Kinder gestillt hat, sich viel bewegt, Normalgewicht hat, keinen Alkohol trinkt, kein Risikogen in sich trägt und keine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren gemacht hat, kann an Brustkrebs erkranken.

Früherkennung, nicht Vorsorge
Allen Frauen bleiben aber Handlungsspielräume. So etwa die Möglichkeit, ab dem 30. Lebensjahr auf Kosten der Krankenkasse zur jährlichen Früherkennungsuntersuchung bei der Gynäkologin ihres Vertrauens zu gehen. Dabei tastet die Ärztin die Brüste sorgfältig ab, um eventuell entstandene Knoten oder kleine Tumore zu finden. Diese Untersuchungen werden fälschlicherweise oft „Vorsorgeuntersuchungen“ genannt. Aber auch sie können den Krebs nicht verhindern, sie können nur versuchen ihn möglichst früh zu erkennen. Dann kann er entfernt und die Krankheit behandelt werden. Denn sicher ist, dass die Überlebenschancen von betroffenen Frauen deutlich besser sind, wenn sie früh behandelt werden. Einmal im Jahr zur Früherkennungsuntersuchung zu gehen, reicht aber nicht.

Selbst tasten
Um einen möglichen Tumor früh zu finden, können Frauen selbst viel tun: einmal im Monat, am besten immer am gleichen Tag im Zyklus und am besten nach der Blutung, sollten sie ihre Brüste selbst betrachten und abtasten, um mögliche Veränderungen festzustellen, empfiehlt Dipl. med. Andreas Denk, Chefarzt des Brustzentrums am St.-Joseph-Stift. Immerhin 70 bis 80 Prozent aller Erkrankungsfälle entdecken Frauen durch ihre eigene Aufmerksamkeit selbst. - „Häufiger als einmal im Monat ist aber auch nicht sinnvoll“, sagt Denks Kollege Dr. med. Mustafa Aydogdu, Chefarzt des Brustzentrums am Klinikum Bremen Mitte (KBM). Ein Tumor wachse nicht so schnell, dass man eine Veränderung innerhalb kürzerer Zeit erfühlen könne. Häufigere Selbstuntersuchungen würden eher ängstigen.

Trotzdem tasten viele Frauen ihre Brust nicht selbst ab. Sie sind unsicher bei dem, was sie da fühlen. Für diese Frauen bietet beispielsweise die Frauenärztin Dr. med. Christiane König in ihrer Praxis in Findorff zweistündige Kurse an. Mit ihr hat früher ProFamilia zusammen gearbeitet. An den zweistündigen Kursen können auch Frauen teilnehmen, die nicht Patientinnen in der Praxis König sind. Sie finden an Montagen von 17 bis 19 oder von 19 bis 21 Uhr statt und kosten 55 Euro. Pro Gruppe nehmen nur 5 Frauen teil. Die nächsten Termine liegen am 5.2.2011 – dann allerdings vormittags und mittags – am 14.2.2011 und am 28.2.2011.
(weitere aktuelle Termine finden Sie unter Kurse auf dieser Homepage)

MTU
Seit August 2008 gibt es eine Erweiterung in der jährlichen ärztlichen Früherkennungsuntersuchung, allerdings noch nicht in Bremen. Seitdem sind die ersten sechs blinden Frauen als "medizinische Tastuntersucherinnen" (MTU) ausgebildet. Hierbei kommt den Patientinnen der besonders geübte und fein ausgebildete Tastsinn der erblindeten Frauen zugute. Mittlerweile arbeiten die ersten Praxen in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und in Sachsen mit MTUs zusammen. Erste Betriebskrankenkassen erkennen die zugrunde liegende Methode "Discovering Hands" an und bezahlen ihren Mitgliedern diese Untersuchung. Ansonsten können Frauen sie auf eigene Rechnung in Anspruch nehmen.

Ultraschall
Als so genannte "individuelle Gesundheitsleistung", die also nicht die Krankenkasse bezahlt, können Frauen ergänzend zur ärztlichen Tastuntersuchung eine Ultraschalluntersuchung machen lassen. Die ist - im Gegensatz zu den Strahlen der Röntgenaufnahme - für den Körper nicht belastend. Dr. Aydogdu vom Klinikum Mitte schätzt diese Untersuchung so ein, dass "wenn beim Ultraschall nichts gefunden wird, die Chance bei ungefähr 90 Prozent liegt, dass auch tatsächlich nichts da ist".

Mammographie
Da ungefähr 80 Prozent der Brustkrebspatientinnen über 50 Jahre alt sind, und das Durchschnittsalter bei der Erkrankung bei 63 Jahren liegt, ist ein weiterer Früherkennungsbaustein für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren hinzugekommen: das Mammographiescreening. Alle Frauen in diesem Alter werden in Bremen alle zwei Jahre zur (freiwilligen!) Reihen-Röntgenuntersuchung eingeladen, zur Mammographie. Jüngere Frauen bekommen noch keine Einladung, da ihre Gefährdung durch die Röntgenstrahlen im Vergleich zum Nutzen durch die Untersuchung deutlich höher ist.
In Bremen besteht das Screening seit mittlerweile zehn Jahren. Es war im Jahr 2001 als Pilotprojekt gestartet worden. 2005 sei es in die Regelversorgung übergegangen, erklärt Marlene Holland. Sie ist die verantwortliche Organisatorin von "Mammographiescreening Bremen". Das "diagnostische Brustzentrum" ist vor kurzem aus der Neustadt ins "Medicum" an die Schwachhauser Heerstraße umgezogen.
Dort werden jeweils zwei Röntgenaufnahmen aus zwei verschiedenen Perspektiven von jeder Brust genommen, die zwei so genannte "Befunder" genauestens betrachten. Findet sich etwas Auffälliges, müssen eventuell weitere Röntgenbilder gemacht werden. "Danach haben wir viele harmlose Befunde", erläutert Daniel Krastel. Er ist Arzt für Diagnostische Radiologie und programmverantwortlicher Arzt für das Mammographie-Screening Bremen. Bei einigen Frauen kann dann immer noch keine Entwarnung gegeben werden. Sie müssen sich einer Gewebeprobeentnahme (Biopsie) unterziehen. "Das ist nicht besonders angenehm", weiß der Arzt. Wiederum etwa 50 Prozent dieser Frauen haben tatsächlich Brustkrebs.

Kritische Anmerkungen
Diese Zahlen bedeuten, dass die anderen 50 Prozent der Frauen unnötig Angst vor einer Krebserkrankung hatten. Hier setzt auch die Kritik von Chefarzt Dr. Aydogdu an: die Methoden, mit denen den Ärzten fast nichts entgehen würde, würden auch viele „falsch positive Befunde“ produzieren. Gesunde Frauen geraten in die Mühle weiterer medizinischer Untersuchungen und haben Angst möglicherweise an Krebs erkrankt zu sein: eine enorme Belastung. Dennoch sieht auch Aydogdu keine Alternative zu den bekannten Früherkennungsuntersuchungen. „Frauen, deren Erkrankung dadurch frühzeitig entdeckt wird, nützen die Untersuchung natürlich.“ Er verweist auf Zahlen aus Ländern, in denen das Mammographiescreening schon deutlich länger als in Deutschland betrieben wird, wie etwa die USA, Schweden oder die Niederlande, wo die Brustkrebssterblichkeit sinke.
Die psychische Belastung für die betroffenen Frauen bedauert auch Daniel Krastel. Er erklärt die widersprüchliche Situation: „Einerseits wollen wir möglichst früh einen möglichen Krebs finden, andererseits wollen wir so wenig falsche Befunde wie möglich produzieren.“

Information und Beratung
Ein Brustkrebsbefund erschüttert die meisten betroffenen Frauen zutiefst. Wie es nun weiter gehen kann und muss, hängt zwar von jeder einzelnen Frau und vom Stadium ihrer Erkrankung ab. Für die meisten dürfte aber gelten, dass nun Informationen über Brustkrebs hilfreich sind.
Kostenlose Beratung bekommen Patientinnen und ihre Angehörigen beispielsweise bei der Bremer Krebsgesellschaft, die Beratungsstellen in Bremen-Stadt, in Huchthing und in Bremen-Nord hat. Alle Adressen und Telefonnummern finden sich unter www.krebsgesellschaft-hb.de/ratundhilfe.html.
Die Bremer Krebsgesellschaft stellt auch den Kontakt zu Selbsthilfegruppen her, wenn Frauen sich das wünschen.
Neben der persönlichen Beratung bietet die Bremer Krebsgesellschaft in zahlreichen Vorträgen und Seminaren rund um alle Formen der Krebserkrankung viele hilfreiche Informationen und Ernährungshinweise bis hin zur geistigen Unterstützung durch Meditation und Gebet für Kranke und Gesunde in der Kirche Unser Lieben Frauen immer am letzten Freitag im Monat um 18:00 Uhr.
Die Krankenhausholding „Gesundheit Nord“ bietet am 2.3.2011 von 18.00 bis 20.30 Uhr in der Glocke im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Treffpunkt Gesundheit“ Informationen rund um das Thema Brustkrebs an. In Kurzvorträgen sprechen Experten über die Diagnose und Therapie bei Brustkrebs, speziell über plastisch-rekonstruktive Maßnahmen. Zusätzlich geht es auch um die psychologische und soziale Betreuung der Betroffenen. Wie ein Brustzentrum „funktioniert“ und welche Vorteile es für die Patientinnen hat, ist ebenso Thema.
Für betroffene Frauen in Oldenburg bietet die Krebsberatung im Gesundheitsamt der Stadt Oldenburg ab dem 2.2.2011 im vierzehntägigen Rhythmus eine Informations-Veranstaltungsreihe an. Unter dem Titel „Die informierte Patientin“ bekommen die Teilnehmerinnen an sechs Abenden kostenlos Informationen zu den verschiedenen Aspekten der Krankheit, wie Operation und Befund, die verschiedenen Therapien (Chemotherapie, Strahlen- und Hormontherapie), über medizinische, physiotherapeutische und psychosoziale Nachsorge, über Naturheilverfahren und über psychologische Begleitung. - Eine Anmeldung bei Frau Dagmar Lienau ist erforderlich, Tel. 0441 / 235 8635 oder dagmar.lienau@stadt-oldenburg.de.

Im Krankenhaus
Im Land Bremen gibt es vier zertifizierte Brustzentren: das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide, das Klinikum Bremen Mitte, das Diako und das St.-Joseph-Stift, derzeit die meisten Behandlungen bei Brustkrebs-Neuerkrankungen jährlich leistet, nämlich circa 250 bis 300.
Da sich die Krankenhäuser qualitativ nicht unterscheiden, können Frauen ihre Wahl von persönlichen Motiven bestimmen lassen, sagt Marie Rösler von der Bremer Krebsgesellschaft: Möchte ich in ein christlich geprägtes Haus gehen? Wo können mich Angehörige und Freundinnen am besten besuchen? Habe ich gute oder schlechte Erinnerungen an einen anderen Aufenthalt in einer bestimmten Klink?

Fragen über Fragen
„Erfahrungsgemäß geht das erste Gespräch zwischen Arzt und Patientin zu 60 bis 70 Prozent an einer Patientin vorbei“, sagt der Leiter des Brustzentrums am Klinikum Mitte, Dr. Mustafa Aydogdu. „Da braucht es auf jeden Fall mindestens ein zweites, manchmal auch ein drittes Gespräch“, sagt der Mediziner.
Wenn also die Behandlung in der Klinik beginnen soll, müssen verschiedene Entscheidungen getroffen werden, die vom Gesundheits- bzw. Krankheitszustand der betroffenen Frau abhängen. Wird zuerst operiert? Oder wird zuerst eine andere Therapie eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern? Kann Brust erhaltend operiert werden? Oder muss die betroffene Brust amputiert werden, was heute wesentlich seltener notwendig ist. Was kommt nach der Operation? Soll eine plastische Chirurgie zur Brustrekonstruktion folgen? Und wenn, wann? Oder möchte die Patientin ihrem Körper keine zusätzlichen Operationsstrapazen zumuten? Wie wichtig ist die Wiederherstellung der Brust? – Bevor eine Frau diese Entscheidungen trifft, muss sie gut informiert sein, um zu wissen, was auf sie zukommt. Ein solches Gespräch in Begleitung einer Angehörigen oder auch einer Breast Nurse zu führen, sei sehr sinnvoll, empfiehlt Dr. Aydogdu.

Begleitung durch eine Breast Nurse
Eine Breast Nurse, also eine spezialisierte „Brust Schwester“, sollte idealerweise vom Zeitpunkt der Diagnosestellung durch den Arzt an die Brustkrebspatientin begleiten, also auch schon in diesem ersten Gespräch anwesend sein, erklärt Doris Scholt vom Klinikum Links der Weser (LdW). Sie war im Jahr 2004 in Deutschland die erste, die die Weiterbildung zur „Breast Nurse“ angeboten hat. Die Breast Nurse hat verschiedenste Aufgaben, vor allem aber die Rolle, eine „Advokatin für die Patientin“ zu sein, erklärt Scholt. Das bedeutet, dass die Breast Nurse um die besonderen Probleme von Brustkrebspatientinnen weiß. In Bremen arbeiten Breast Nurses im Klinikum Mitte, am St.-Joseph-Stift, am Diako und im LdW.
Da die weibliche Brust eine grundlegende Bedeutung für Sexualität und Weiblichkeit habe, brauchten viele Frauen die Vergewisserung, noch eine „richtige“ Frau zu sein, erklärt Scholt. Immerhin ändert sich im Laufe der Behandlung - auch durch die Chemotherapie - das Erscheinungsbild mindestens vorübergehend. Als Gegenüber hierfür, aber auch als Ratgeberin im ganzen Therapieprozess und sogar im Umgang mit der Angst vor dem Tod sind Breast Nurses gefragt. Zu ihrer Fortbildung gehöre es aber auch, die eigenen Grenzen zu kennen und nötigenfalls die Betroffenen an eine Psychologin zu vermitteln. Die Unterstützung könne aber auch rein praktischer Natur sein, ergänzt Dr. Aydogdu, etwa bei Problemen bei der Körperpflege, die Frauen nach einer Amputation haben können.
Eine weitere wichtige Aufgabe der Breast Nurse liegt im organisatorischen Bereich: sie soll für einen reibungslosen Ablauf sorgen und die verschiedenen Untersuchungen koordinieren, die die Patientin im Krankenhaus durchstehen muss.

In den so genannten „Fallkonferenzen“, in denen alle beteiligten Ärzte, also etwa Chirurgen, Radiologen, Onkologen, Pathologen und Strahlentherapeuten gemeinsam über ein sinnvolles Vorgehen in der Behandlung beraten, sollte die Breast Nurse ebenfalls möglichst anwesend sein. Sie könne dort der Patientin eine Stimme geben, erläutert die Ausbilderin Scholt. Es könne beispielsweise vorkommen, dass eine Patientin erst ihre Chemotherapie beginnen möchte, wenn sie ihre Kinder gut versorgt weiß.
Idealerweise werden Breast Nurses für diese zahlreichen Aufgaben vollständig vom Stationsalltag freigestellt, um die nötige Zeit für Gespräche und die vielseitigen organisatorischen Aufgaben zu haben, erläutert Doris Scholt. Dies treffe nach ihren Schätzungen leider nur auf etwa ein Viertel der in ausgebildeten „Brust-Schwestern“ in Deutschland zu.

Was hat sich geändert?
„Die Frauen stehen heute unter einem viel höheren finanziellen und deshalb auch zeitlichen Druck, schnell wieder in Arbeit zu kommen“, berichtet Marie Rösler von der Bremer Krebsgesellschaft aus ihrer 23-jährigen Beratungspraxis. Daneben hat sie aber auch beobachtet, dass sich viele Brustkrebserkrankte heute besser um ihre Bedürfnisse kümmern würden. Das sei eine Folge des „Mobilmachens“ etwa seit dem Jahr 2000. Damals fand in Berlin eine große Demonstration statt, die auf die Situation von an Brustkrebs erkrankten Frauen aufmerksam gemacht hat. Eine Folge davon sei auch in Bremen der Anstoß zum Spendenlauf „Lauf zur Venus“ gewesen. Seit 2001 findet der jedes Jahr Ende September im Bürgerpark statt. Im Jahr 2010 haben trotz schlechtem Wetter 1.748 Läuferinnen und Fußgänger, Radfahrerinnen und Hunde rund 10.000 Euro erlaufen. Der nächste Lauf findet am 25.9.2011 im Bürgerpark statt.

Herzlichen Dank an Ulrike Bendrat vom Bremer Medienbüro für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung des Artikels in dieser Homepage und Informationsmappe für unsere Patientinnen!

Rückblick auf die letzten Veranstaltungen:

Jahreszeiten einer Frau, Wechseljahre & Co

Veranstaltet vom Arbeitskreis UnternehmerFrauen im Handwerk Bremen
am 5.5.2011 von 19:00 bis 21:30 Uhr
im Presseclub Bremen, Schnoor 27/28, 28195 Bremen

Böses Erwachen: Vergewaltigung mit K.-o.-Tropfen

Weitere Informationen bei Radio Bremen.

Evaluation der Wirkung des Mamma-Care-Programms (Freie Universität Berlin)

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Aktuelle Vorträge von Frau Dr. med. Christiane König sind derzeit nicht geplant.









Frauenärztin Dr. med. Christiane König · Hemmstraße 212-240 · 28215 Bremen
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